Geforce GTX 1080 Ti Founders Edition mit Arctic Accelero Xtreme III

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Zum Start der Geforce GTX 1080 Ti boten diverse Hersteller das von Nvidia produzierte Referenzmodell der Founders Edition zum Straßenpreis von 819 Euro an. Erste Herstellerdesigns sollten erst Wochen später folgen und preislich auch einige Euro mehr kosten. Aus Kostensicht gesehen ist eine Founders Edition (FE) samt Kühlerumbau und anschließendem Overclocking die beste Variante, wenn es um maximale Leistung und gleichzeitig niedrige Temperaturen geht.

Diese Anleitung begleitet den Weg einer ASUS Geforce GTX 1080 Ti FE zum flüsterleisen 2-GHz-Geschoss samt Arctic Accelero Xtreme III Kühler, matt-schwarzen Akzenten und EVGA PowerLink.

Bevor es losgeht, hier noch eine Übersicht der von mir verwendeten Bauteile, Werkzeuge und anderer Helferlein:

Entfernen des Stock-Kühlers

Der erste Schritt ist logischerweise das Entfernen des von Haus aus installierten Kühlers. Dazu braucht ihr zunächst einen mittleren Kreuzschlitz-Schraubenzieher, mit dem ihr die vier Federschrauben löst, die den Kühlkörper auf den Chip pressen. Anschließend löst ihr die beiden Schrauben, die die Slotblende an der Backplate halten. Zu guter Letzt entfernt ihr die zweiteilige Backplate selbst.

Dazu müsst ihr mit einem sehr kleinen Kreuzschlitz-Schraubenzieher die 14 winzigen Schräubchen entfernen. Fangt mit der rechten Hälfte der Backplate an, da die linke Seite unter der rechten liegt. Habt ihr alle Schrauben gelöst und die Backplate entfernt, kommen weitere Sechskantschrauben zum Vorschein, die den gesamten Kühler mit dem PCB verbinden. Um diese zu lösen benötigt ihr eine 4 mm Nuss (Innensechskant). Theoretisch geht es auch mit einer Zange, aber die Gefahr das PCB zu beschädigen, ist einfach zu groß. Eine entsprechende Nuss gibt es in jedem gut sortierten Baumarkt für etwa 2 Euro.

Zuletzt müssen noch die zwei übrigen Schrauben von der Slotblende gelöst werden. Erst dann können Karte und Kühler voneinander getrennt werden. Dazu ist ein wenig Kraft vonnöten, denn die von Nvidia verwendete Wärmeleitpaste klebt ganz gut. Habt ihr den Kühler abgenommen, muss nur noch das Stromkabel des Lüfters vom PCB abgesteckt werden.

Da ich die silberne Slotblende schwarz lackieren möchte, damit die Rückseite meines PCs gänzlich in schwarz erstrahlt, habe ich auch die letzten drei Schräubchen, die die Slotblende an den Display-Port-Eingängen hält, gelöst. Dieser Schritt ist optional und kann getrost ausgelassen werden.

Wer sich für das Lackieren entscheidet, sollte einen matten Lack wählen, der zudem kratzfest ist. Nicht, dass die schöne Optik beim Einbau der Karte direkt wieder zunichte gemacht wird. Während die Slotblende trocknet, widmen wir uns dem nächsten Schritt.

Reinigung und Vorbereitung

Bevor die beim Accelero Xtreme III mitgelieferten Heatsinks auf die RAM-Bausteine und Spannungswandler geklebt werden können, müssen sämtliche Wärmeleitpads und Rückstände vom Stock-Kühler entfernt werden. Ich verwende dazu immer gern das ArctiClean Reinigungsset von Arctic Silver. Mit Fläschchen Nr. 1 werden die alte Wärmeleitpaste und etwaige Rückstände entfernt, mit Fläschchen Nr. 2 die Oberflächen für die neue WLP vorbereitet.

Zwischenzeitlich trocknete der Lack der Slotblende, sodass ich diese wieder anschrauben konnte. Dabei gilt es ein wichtiges Detail zu beachten. Egal ob ihr die Slotblende lackiert oder nicht, durch den Wegfall des Stock-Kühlers fehlt die Möglichkeit zur Befestigung der Blende am PCB. Daher benötigt ihr zwei Ersatzschrauben vom Typ M2,5 oder M3 samt Muttern.

Heatsinks

Wurde die Slotblende sicher angebracht, können die Heatsinks auf der Karte aufgeklebt werden. Beim Accelero Xtreme III liegen diese in ausreichender Menge bei. Damit sie beim Kopfüber-Betrieb im PC nicht abfallen, liegt dem Kühler praktischerweise eine kleine Tube Wärmeleitkleber bei. Kleinste Mengen reichen völlig aus, um die Kühlkörper sicher zu befestigen. Nutzt den Kleber aber keinesfalls für den Grafikchip. Hier sollte nur Wärmeleitpaste eingesetzt werden. Welche Bauteile ich mit Heatsinks bversehen habe, könnt ihr dem nächsten Bild entnehmen. Grundsätzlich gilt: Alle Bauteile, die vom Stock-Kühler geühlt wurden, sollten auch nach dem Umbau mit Kühlkörpern besetzt sein. Nach etwa einer Stunde hat der Kleber schon gut angezogen.

Accelero Xtreme III

Anschließend kann der eigentliche Kühler montiert werden. Die dafür dem AXIII beiliegende, x-förmige Backplate habe ich wieder schwarz lackiert. Wem die Optik nicht so wichtig ist, der lässt sie einfach silbern.

Mittig auf die Backplate kommt der rechteckige Schaumstoff. Damit die Montage des Kühlers leichter vonstatten geht, empfiehlt es sich den Plastikrahmen mit den Lüftern abzunehmen. Zudem muss die auf dem Kühlkörper befindliche Wärmeleitpaste entfernt werden. Auch hier kommen wieder Fläschchen Nr. 1 und Nr. 2 zum Einsatz.

Ihr ahnt schon was kommt, denn auch am Plastikrahmen prangert ein Aufkleber von Arctic, der die Optik negativ beeinflusst. Also wurde der entsprechende Teil des Rahmens abgeklebt und mehrfach lackiert.

Im direkten Licht schimmert der Schriftzug noch immer durch, aber im Gehäuse ist davon nichts mehr zu sehen.

Die Montage des Kühlkörpers ist dann relativ simpel. Klebt die weißen, 2,5 mm hohen Abstandhalter über die vier Bohrungen an den Ecken des Grafikchips. Tragt auf den Chip eine dünne Schicht Wärmeleitpaste auf. Ich empfehle die Cooler Master MasterGel Maker mit ihren Nanopartikeln. Sie ist bei Kühlern mit Kupfer-Plate etwas besser als die meisten anderen Pasten. Aber auch eine Arctic MX-4 verrichtet einen prima Dienst. Setzt den Kühler auf und dreht die Karte auf die Rückseite. Klebt nun die vier schwarzen Abstandhalter über die vier Bohrungen, die zur Verschraubung genutzt werden. Setzt die Backplate auf die Karte und schraubt das ganze Konstrukt mit den vier Schrauben fest. Gut anziehen, aber nicht mit aller Gewalt! Zu guter Letzt steckt ihr den Lüfterrahmen über den Kühlkörper und schließt das Kabel für die Stromversorgung der Lüfter an.

EVGA PowerLink

Die Grafikspezialisten von EVGA haben mit dem PowerLink ein echt cooles Gimmick parat, welches nicht nur die Optik verbessert, sondern auch mit dem Kabelsalat aufräumt. Dieser Adapter ermöglicht es, den Eingang der Stromanschlüsse an eine günstigere Stelle zu verlegen welches einen besseren Airflow und ein sauberes Kabelmanagement zufolge hat. Ob die bessere Optik die knapp 30 Euro wert ist, muss jeder für sich entscheiden.

Schlusswort

Mit dem Accelero Xtreme III wird die Karte auch nach längeren Sessions nicht heißer als 63°C. Und das bei einem auf 2 GHz übertaktetem Grafikchip und einem bei effektiv 6 GHz laufenden Speicher. Der Lüfter dreht dank einer von Hand optimierten Lüfterkurve mit maximal 1.900 U/min bei absolut akzeptabler Lautstärke. Zu beachten ist, dass das BIOS der Founders Edition auf den Stock-Kühler ausgelegt ist und nur einen Regelbereich von 1.100 bis 4.000 U/min zulässt. Umgerechnet auf die Drehzahlen des AXIII regelt die Karte also nur von 23% – 45%. Damit ihr eine Vorstellung von einer möglichen Kurve habt, nachfolgend meine direkt aus dem MSI Afterburner.

Somit bleibt mir nur noch euch viel Erfolg beim Umbau eurer Geforce GTX 1080 Ti zu wünschen. Ich hoffe, dass euch diese Anleitung eine kleine Hilfe ist. Bei Fragen stehen euch die Kommentare zur Verfügung. Ich versuche zu helfen wo ich kann.

Disclaimer: Für eventuell auftretende Schäden an Hard- oder Software übernehme ich keine Haftung. Sämtliche Modifikationen geschehen auf eigene Gefahr. Beachtet bitte auch die Garantiebestimmungen des Herstellers eurer Grafikkarte, was den Wechsel von Kühlern anbelangt.