LG G Watch R: Review der Android Wear Smartwatch

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Seit nunmehr zwei Monaten bin ich im Besitz einer LG G Watch R, einer smarten Armbanduhr, die den Alltag leichter gestalten will. Ob ihr das gelingt, wo die Nachteile sind und wieso ich sie nicht mehr missen möchte, verrate ich euch im nachfolgenden Review.

Design & Verarbeitung

Eines stand von Anfang an fest: Wenn ich mich schon für ein solch teures Spielzeug (250 Euro zum Zeitpunkt des Erwerbs) entscheide, dann soll die Smartwatch auch aussehen wie eine Uhr. Für mich bedeutet das, dass sie rund sein muss, edel und dennoch sportlich anmuten sollte und nicht übermäßig groß ausfallen darf. Exakt jene Charakteristika fand ich bei der LG G Watch R, weshalb sie für mich die erste und einzige Wahl darstellte. Das Gehäuse ist aus Edelstahl, welcher mit einer Schicht matten schwarzen Lack überzogen ist. Das Display ist etwas tiefer ins Gehäuse eingelassen, sodass es vor Kratzern geschützt wird, sollte die Uhr einmal mit dem Ziffernblatt nach unten liegen. Das Armband ist aus schlichtem, anfangs etwas starren Leder gefertigt, doch nach einigen Tagen verliert es an Widerspenstigkeit und der Tragekomfort ist dann sehr hoch. Wem das Armband nicht gefällt, der kann es dank 22 mm Standardbreite einfach durch ein anderes tauschen.

Die Unterseite der Uhr, welche die Ladekontakte und den Pulsmesser beherbergt, besteht aus Kunststoff. Das Problem dabei ist, dass die Uhr aufgrund der Materialbeschaffenheit dazu tendiert am Arm zu kleben, sobald man ein wenig schwitzt. Das größte Manko bei der Verarbeitung der LG G Watch R ist aber das Gehäuse an sich. Die schwarze Farbschicht auf dem Edelstahl-Body ist so hauchdünn, dass man sie sofort abwetzt, wenn man an einem Gegenstand hängenbleibt. Trägt man die Uhr den ganzen Tag bleibt das leider nicht aus, auch wenn man penibel aufpasst. Das Resultat ist das Hervorblitzen des blanken Edelstahls an den Kanten – ärgerlich!

Hardware & Leistung

Im Inneren der LG G Watch R steckt ein Snapdragon 400 Dual Core Prozessor nebst 512 MB RAM und 4 GB Flash Speicher. Das reicht für den Alltagsgebrauch völlig aus. Selbst ein paar anspruchslose Spiele wie Mineshaft werden ruckelfrei auf das Display gezaubert. Hin und wieder ruckelt es dann aber doch, vor allem in den Menüs von Android Wear selbst; hier fehlt es noch an Feinschliff. Insgesamt ist das aber zu verschmerzen, denn stärkere Hardware würde den Akku, der mit 410 mAh im Übrigen recht großzügig bemessen ist, nur unnötig schnell leersaugen. Mit einer Ladung kommt man locker zwei bis drei Tage aus, selbst bei starker Nutzung. Sollte die Puste dann doch mal ausgehen, ist die Uhr bereits nach nicht mal zwei Stunden auf der Ladestation wieder komplett geladen.

Das Display der LG G Watch R löst mit 320×320 Pixel ausreichend hoch auf. Ein Vergleich mit aktuellen Smartphonedisplays, die über Full HD oder gar noch höhere Auflösungen verfügen, zeigt dann aber doch, dass auch Smartwatches ruhig höhere Auflösungen verkraften könnten; Pixelbrei muss man aber nicht befürchten. Dank des POLED-Panels des Displays ist die Uhrzeit auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch erstaunlich gut ablesbar.

Verwendungszwecke

Alles schön und gut, doch wofür ist so eine Uhr eigentlich gut? In meinem Fall mit der LG G Watch R für vor allem zweierlei Dinge: Alle Benachrichtigungen des Smartphones inklusive Google Now landen auf der Uhr während Ersteres in der Hosentasche verweilen kann. So sehe ich auf einen Blick, wer etwas von mir möchte und kann per Sprachsteuerung direkt von der Uhr aus darauf reagieren. So macht die Uhr auch eine Freisprecheinrichtung im Auto überflüssig.

Auf der anderen Seite wäre der Einsatzzweck als Aktivitätstracker. Dank Pulsmesser, Schrittzähler und Höhenmesser ist die Uhr auch beim Sport sehr praktisch. Viele bekannte Fitness-Apps wie Runtastic oder die Wander-App Komoot, die so ziemlich jedem Outdoor-Fan ein Begriff sein dürfte, unterstützen bereits die schlauen Uhren und erweitern den Funktionsumfang sinnvoll. Von all den Spielereien, die dank der stetig wachsenden Zahl kreativer Apps aus dem PlayStore möglich sind, mal abgesehen.

Probleme

Die aktuelle Smartwatch-Generation ist noch ziemlich stark vom Smartphone abhängig. Ohne den großen Bruder ist die schlaue Uhr nur noch eine Uhr mit ein paar wenigen Extras. Das wird sich jedoch ändern. Android Wear unterstützt bereits GPS-Module, die auf der Uhr selbst verbaut sind und auch WLAN-Module sollen künftig direkt angesprochen werden. Die Produktivität dürfte damit um einiges ansteigen. Auch die generelle Performance von Android Wear ist noch längst nicht optimal, hin und wieder kommt es zu Verbindungsabbrüchen ohne ersichtlichen Grund. Oder aber die Uhr merkt nicht, dass das Smartphone in der Nähe ist und will sich partout nicht verbinden, bis man beide Geräte neugestartet hat. Diese Probleme halten sich zum Glück in Grenzen und als Early Adopter sollte man sich über derlei Kinderkrankheiten auch nicht allzu sehr aufregen.

Bauartbedingt gibt es auch bei Apps, die nicht auf runde Displays wie bei der LG G Watch R optimiert sind, zu Einschränkungen bei der Bedienung. Buttons sind abgeschnitten und schwer zu erreichen oder gar komplett außerhalb des Sichtbereichs. Ein Problem, für das man kaum die Hardwarehersteller verantwortlich machen kann; vielmehr müssen die App-Entwickler sensibilisiert werden. Hier dürften die Wunden aber mit der Zeit von selbst heilen.

Fazit

Smartwatches sind praktische Alltagshelfer, so viel steht fest. Auch wenn es die ein oder andere Kinderkrankheit gibt und der Funktionsumfang ruhig noch wachsen darf, möchte ich meine LG G Watch R nicht mehr missen. Es ist einfach verdammt cool und praktisch nur den Arm herumdrehen zu müssen und im Nu zu wissen, von wem man gerade belästigt wird oder welche App die Aufmerksamkeit erfordert. Und dann zeigt die Smartwatch ja auch noch die Uhrzeit an! Ich freue mich auf die nächsten Monate, in denen Android Wear weiter reifen und um neue Features erweitert wird. Eine schlaue Uhr, die noch schlauer wird – was gibt es Schöneres?

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