Deutschland deine Autofahrer

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Ein Thema, dass mir schon lange auf der Zunge brennt. Raser, Drängler, Parkakrobaten oder anders ausgedrückt: Deutschlands Autofahrer und der Verfall der Verantwortung sich selbst und anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber. Die folgenden Zeilen beschreiben meinen subjektiven Eindruck und dienen auch dem Zweck, mich ein wenig auskotzen zu können.

Kreisverkehr: Da dreht man durch! / © Paul-Georg Meister, pixelio.de

Kreisverkehr: Da dreht man durch! / © Paul-Georg Meister, pixelio.de

 Seit Jahren fällt mir auf, dass immer weniger Leute die Verkehrsregeln beachten, sei es vorsätzlich oder versehentlich. Dazu gesellt sich eine gewisse Faulheit bzw. Bequemlichkeit, die vor allem am Blinkverhalten ersichtlich wird. Autofahrer, die im Besitz einer gültigen Fahrlizenz sind, sollten nur zu gut wissen, dass man vor dem Abbiegen rechtzeitig blinken sollte. Oftmals wird erst geblinkt, wenn man nur noch 20 Meter von der Kreuzung entfernt oder gar schon mitten drin ist. Bei schlechten Sichtverhältnissen oder im Falle eines defekten Bremslichtes kann eine solche Situation dumm ausgehen. Beim Verlassen eines Kreisverkehres blinken grundsätzlich mindestens zwei Drittel aller Fahrer nicht. Dafür aber gerne mal beim Hineinfahren, ich liebe Abwechslung!

Schlimmer als das wahrlich merkwürdige Blinkverhalten sind Autofahrer, welche die Bedeutung dieser runden Schilder mit rotem Rand und schwarzer Zahl nicht kennen. Egal ob auf der Landstraße oder der Autobahn, selbst wenn man schon das erlaubte Geschwindigkeitslimit leicht überschritten hat, wird man doch ständig noch von anderen überholt. Oftmals nicht ohne Risiko. Dabei frage ich mich immer wieder, was diese Raser davon haben? Spätestens an der nächsten Ampel, der nächsten Kreuzung oder wenn man hinter dem nächsten LKW festhängt, ist der kleine Vorsprung den man rausgefahren hat, wieder weg. Bestes Beispiel: Leute, die auf der Autobahn in der 130er Begrenzung an einem mit 180 km/h vorbei rauschen, nur um dann 500 m später die nächste Ausfahrt zu nehmen. Dafür aber hat man das Gesetz gebrochen, eine nicht minder hohe Strafe riskiert und die eigene, sowie die Gesundheit anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet. Klasse Leistung.

Fühlen sich oft missverstanden: Temposchilder / Foto: dpa-tmn

Fühlen sich oft missverstanden: Temposchilder / Foto: dpa-tmn

Die schlimmste Gattung ist aber nach wie vor der gemeine Drängler, im Fachjargon auch Vehiculus Distanzus Knappus, genannt. Laut der deutschen Verkehrsordnung beträgt der Mindestabstand den halben Tacho. Das bedeutet nicht 7,5 cm wenn der Tacho 15 cm groß ist. Die Geschwindigkeit, die der Tacho angibt muss halbiert werden.

Endstation Drängler / Foto: dpa

Endstation Drängler / Foto: dpa

Vielleicht also nur ein großes Missverständnis. Doch spätestens wenn der nächste Q5 schon in meinem Stoßfänger sitzt, könnte ich wieder den Höllenfürsten heraufbeschwören. Leute, ihr riskiert euer Leben und das Leben Anderer. Und am Ende trifft es meist die Unschuldigen. Dabei scheint der Abstand mit zunehmender Fahrzeuggröße des drängelnden Hintermanns zu schrumpfen.

Und zu guter Letzt wären da noch die Parkakrobaten, die ihr Fahrzeug nach Belieben in der Gegend rumstehen lassen. Da werden die Markierungen auf dem Straßenbelag gerne mal generös ignoriert, die wurden ja auch bestimmt nur aus Dekozwecken aufgepinselt. Auch immer wieder eine Freude: Parken in der zweiten Reihe. Nicht nur, dass dadurch der fließende Verkehr behindert wird, auch die regulär parkenden Fahrzeugführer freuen sich tierisch, wenn sie nicht mehr aus ihrer regulären Lücke kommen.

Dabei scheint die Aggressivität exponentiell mit der Außentemperatur zu steigen. Je heißer, desto bekloppter wird der Verkehr in Deutschland. Daher an dieser Stelle mein Tipp für alle Autofahrer: Einen kühlen Kopf zu bewahren hilft den Lappen zu behalten. Regeln gibt es überall, ob sinnig oder unsinnig steht dabei nicht zur Debatte, wir müssen uns einfach nur daran halten.