Anleitung: Alte SSD als USB 3.0 Stick nutzen

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Bislang war meine Windowsinstallation samt wichtiger und regelmäßig benötigter Programme auf einer Samsung SSD 830 mit 128 GB beheimatet. Doch mit der Zeit wurde der Speicher knapp, weshalb ich die komplette Partition kurzerhand auf eine brandneue Samsung 840 PRO mit 256 GB geklont habe.

Bleibt nur die Frage, was tun mit der alten SSD? Wegwerfen? Sicher nicht. Verkaufen? Lieber nicht, ich bin bei Datenträgern grundsätzlich vorsichtig. Wegräumen und für schlechte Zeiten aufheben? Ach nö. Ein neuer Einsatzzweck? Sehr gerne und so entschied ich mich dafür, die SSD als überdimensionalen USB-Stick nutzbar zu machen.

Schritt 1: Formatieren

In meinem Fall war die SSD noch mit Windows und diversen Programmen belegt, daher schnell formatiert und es stand ihrem neuen Einsatzzweck nichts mehr im Wege.

Besteht die Absicht statt einer alten SSD eine neue zum USB-Stick machen zu wollen, muss auf dieser in der Datenträgerverwaltung erst ein (NTFS-)Volume erstellt und ein Laufwerksbuchstabe zugewiesen werden.

Die Datenträgerverwaltung hilft beim Formatieren und Zuweisen von Laufwerksbuchstaben.

Die Datenträgerverwaltung hilft beim Formatieren und Zuweisen von Laufwerksbuchstaben.

Schritt 2: Gehäuse oder Adapterkabel

SSDs haben üblicherweise zwei Anschlüsse: einen für die Stromversorgung (breit) und einen SATA-Anschluss über den die Daten transferiert werden (schmal). Um die SSD als USB-Stick nutzbar zu machen, braucht es also eine Art Adapter. Die zwei gängisten Lösungen sind entweder ein externes 2,5 Zoll Gehäuse oder ein SATA zu USB Adapterkabel.

Variante 1: 2,5 Zoll Gehäuse

Man nehme ein handelsübliches externes Gehäuse für 2,5″ Festplatten und baue die SSD ein. Anschließend einfach per (vorzugsweise) USB 3.0 Kabel mit dem PC verbinden und fertig ist der Pseudo-Stick.

Variante 2: Adapterkabel SATA auf USB 3.0

Einfacher geht es mit einem simplen Kabel, welches Stromstecker und SATA-Anschluss in einem USB 3.0 Stecker vereint. Das Kabel muss lediglich an die SSD angesteckt werden und fertig ist der SSD-Stick.

Hier gibt es wiederum zweierlei Lösungen. Adapterkabel, die zwei USB-Anschlüsse liefern (damit können auch handelsübliche Festplatten via USB genutzt werden (Daten- und Stromverbindung separat)) oder solche, die auf Massenspeicher mit geringer Leistungsaufnahme wie SSDs ausgelegt sind und sich mit einem kombinierten Anschluss begnügen.

Links: Lösung mit zwei Kabeln für separate Stromversorgung und Datentransfer. Somit auch für 3.5" HDDs geeignet. Rechts: Nur ein Kabel damit aber auch nur für 2.5" Massenspeicher geeignet.

Links: Lösung mit zwei Kabeln für separate Stromversorgung und Datentransfer. Somit auch für 3.5″ HDDs geeignet. Rechts: Nur ein Kabel damit aber auch nur für 2.5″ Massenspeicher geeignet.

Hier mal ein paar Beispieladapter:

Fertig!

Der flinke SSD-Stick ist nun einsatzbereit. Zu beachten gilt, dass die für SSDs typischen Übertragsungsgeschwindigkeiten nicht erreicht werden können, da dem USB 3.0 Standard unter Realbedingungen bei etwa 90 MB/s die Luft ausgeht. Dennoch ist ein solcher SSD-Stick meist wesentlich schneller als handelsübliche USB-3.0-Sticks. Viel Spaß beim Nachmachen.